top of page

Metallica im Deutsche Bank Park - Zwischen zwei Welten

  • vor 24 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Das letzte Mal stand ich hier vor vier Jahren.

Gleiches Stadion, anderes Leben.

Damals war ich mit Leon hier - wir haben zusammen Monsta X und Kai beim K-Pop Festival gefeiert. Wir standen in der zweiten Reihe, womit wir nicht gerechnet hatten. Und plötzlich stand Monsta X direkt vor uns. Fast greifbar.

Wir haben Freudentränen vergossen, weil wir unser Glück kaum fassen konnten.


Heute stehe ich wieder hier. Ohne Leon.


Ich habe wieder Tränen vergossen - aus Trauer, aus Sehnsucht, aus diesem tiefen Vermissen, das manchmal ohne Vorwahnung über einen hereinbricht.

Frankfurt trägt Erinnerungen.

Ich erinnere mich auf einmal an winzige Details, vergessene Kleinigkeiten. Eigentlich das, wovor ich immer Panik habe - Erinnerungen zu vergessen. Dieses „weißt du noch?“ und „erinnerst du dich noch wie wir…“ gibt es nicht mehr. Wir beide waren alleine in Frankfurt. Woran ich mich nicht erinnere, gerät in Vergessenheit - für immer.

Impulse, in denen man das Handy herauszieht und eine WhatsApp schreiben will mit „stell dir vor, ich bin zufällig an dem Hotel von damals vorbeigekommen“, Impulse ein Foto vom Deutsche Bank Park zu schicken… diese Impulse verschwinden so schnell wie sie gekommen sind. Da ist keiner mehr, mit dem man über diese Erinnerungen sprechen kann.

Und obwohl mir die Erinnerungen oft wehtun - es umarmt mich auch ein bisschen.

Leon. Fast greifbar.


Krasser könnte der Kontrast kaum sein - K-Pop und Metallica, Freudentränen und Tränen der Trauer, damals und heute.

Und doch fühlt sich beides richtig an für den jeweiligen Moment.


Metallica höre ich seit meiner Jugend. Sie haben etwas, das kaum eine andere Band hat:

Sie bedient die dunkle Seite in einem.

Die schweren Gedanken, die man nicht immer in Worte fassen kann — in ihrer Musik finden sie Raum. Das ist keine Verherrlichung von Dunkelheit, sondern das Gegenteil:

Es ist das Gefühl, mit dem Schwersten nicht allein zu sein.


Was mich in all den Jahren aber noch mehr bewegt, ist, was Metallica abseits der Musik tun. 2017 haben sie ihre eigene Foundation gegründet - die „All Within My Hands Foundation“. Sie kämpfen aktiv gegen Suizid, besonders bei Veteranen, haben gemeinsam mit dem amerikanischen Veteranenministerium einen PSA produziert und diesen auf der ganzen Tournee gezeigt. Und dann dieser Moment:

James Hetfield, mitten im Konzert vor rund 70.000 Menschen - „You are not alone!“

Kein Songtext. Eine Botschaft.


Das trifft mich heute auf eine Art, die ich nicht hätte vorhersehen können. Denn ich habe Leon durch Suizid verloren, er bleibt für immer 18.


Diese Band, deren Musik mir seit Teenagertagen durch dunkle Momemte geholfen hat, kämpft auch gegen das, was mir meinen Sohn genommen hat. Und irgendwie fühlt es sich an, als wären auch diese Worte für ihn gewesen. You are not alone, Leon.


Das macht diesen Abend zu etwas, das besonders schwer in Worte zu fassen ist.


Und trotzdem versuche ich es.



Kommentare


IMG_7511.jpg

Hi, danke fürs Vorbeischauen!

Keine Beiträge verpassen.

Danke für die Nachricht!

  • TikTok
  • Instagram

*Affiliatelinks

*Affiliatelink

bottom of page